SI-Meisterinnen-Preis

Fünfter Soroptimist-Meisterinnen-Preis

Hildesheim, 14.11.2017. Im Rahmen der Feier zum Tag des Handwerks der Kreishandwerkerschaft Hildesheim/Alfeld vergibt der Soroptimist International Club Hildesheim zum 5.Mal den „Soroptimist-Meisterinnen-Preis“ an Denise Heins, Meisterin im Tischlerhandwerk, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagiert.

Der „Soroptimist-Meisterinnen-Preis“ ist mit 1.000 € dotiert und nicht zweckgebunden. Der Club möchte damit junge Frauen - vorzugsweise aus Stadt und Region Hildesheim - ehren, die sich durch den Erwerb des Meistertitels in besonderer Weise um die Stellung der Frau in Deutschland verdient gemacht haben, insbesondere darum, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, Frauen in technischen und nicht traditionellen Berufen zu fördern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Die Initiatorin des Preises, Dr. Lucia Ruhnau ist sich sicher, mit der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft gute Partner gefunden zu haben: „Der SI Club Hildesheim wollte schon seit langem einen Preis ausloben. Mit der Unterstützung von Handwerksmeisterinnen möchten wir die besonderen Leistungen von jungen Frauen im handwerklichen Mittelstand und ihre Bedeutung für den Fachkräftenachwuchs in der Wirtschaft hervorheben.“

Über die Verleihung des Preises entscheidet eine Jury bestehend aus Mitgliedern des SI Clubs Hildesheim und MitarbeiterInnen der Handwerkskammer. Der Preis wird in jedem Jahr im Rahmen der Feierlichkeiten zum „Tag des Handwerks“ verliehen.

 

 

 

Laudatio 2017

Presseartikel HiAZ

Laudatio zum Meisterinnen-Preis 2017

Sehr geehrter Herr Sackmann, sehr geehrter Herr Wendlandt,
meine Damen und Herren,

auch ich darf heute einen Preis verleihen, den Soroptimist-Meisterinnen-Preis. Wir vergeben diesen Preis an junge Frauen der Stadt und des Landkreises, die sich um die Stellung der Frau besonders verdient gemacht haben, und ich freue mich, dass die Preisverleihung in diesem schönen Rahmen stattfinden kann; herzlichen Dank der Kreishandwerkerschaft dafür.

Viele werden sich jetzt insgeheim fragen: was ist Soroptimist International? Und: was hat es mit diesem Preis auf sich?

Einige werden bereits wissen, dass Soroptimist International (SI) die weltweit erste Service-Organisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement ist. Seit der Gründung 1921 in Oakland (Californien) , befassen sich Soroptimistinnen mit Fragen der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau und vertreten die Position der Frauen als international tätige Nichtregierungsorganisation (NGO) auch bei den Vereinten Nationen und in der öffentlichen Diskussion. Sie setzen sich ein für die Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen und Mädchen. Sie agieren lokal, regional, national und global. Soroptimistinnen ermutigen Frauen, an sich selbst zu glauben und in ihrem Arbeitsumfeld sichtbar zu sein.

Kurz: “Soroptimistinnen helfen Frauen, sich die Zukunft zu eigen zu machen!“

Und da sind wir bei unserer diesjährigen Preisträgerin, Denise Heins, angelangt. Sie ist auf dem besten Wege, sich die Zukunft zu eigen zu machen und wir wollen sie mit unserem Preis dabei unterstützen.

Nach dem Abitur hat sie eine Tischlerlehre begonnen. Als junge Frau und Abiturientin war es schwierig für sie, überhaupt eine Lehrstelle zu finden. Aber mit dem Zeugnis der prüfungsbesten Gesellin im Westerwaldkreis bewies sie nach 2 Lehrjahren ihrem Lehrmeister, dass er richtig entschieden hatte, einer jungen Frau die Möglichkeit zu bieten, im Handwerk Karriere zu machen. Noch ein Jahr arbeitete sie anschließend als Gesellin weiter und sammelte praktische Erfahrungen im erlernten Beruf und Geld für die weitere Qualifikation.

Denn es trieb sie wieder auf die Schulbank. Und sie wählte nicht Rosenheim, sondern die HGH, die Fachschule für Holztechnik und –gestaltung in Hildesheim, um ihren Meister im Tischlerhandwerk zu machen, was sie hervorragend erreicht hat.

Parallel dazu hat Frau Heins aber auch in den 2 Jahren Vollzeitunterricht die Prüfung zur Holztechnikerin bestanden. Beim Interview fiel das Wort „Holzgott“…Ihr praktisches Meisterstück, das jeder Meisteranwärter innerhalb von 3 Wochen fertigzustellen hat, ein Badezimmerhängesideboard, das sich effektvoll wie ein Fächer öffnen lässt, kann im Internet bewundert werden (Adresse bitte bei der Preisträgerin erfragen…). Zusätzlich erwarb unsere Preisträgerin den sogenannten Ausbilderschein, der sie befähigt und es ihr erlaubt, junge Menschen im Tischlerhandwerk auszubilden.

Im Anschluss an das bisher Erreichte wird sie jetzt noch Holzdesign studieren. Sie macht sich die Zukunft zu eigen.

Ein Kriterium, den Soroptimist-Preis zu erhalten, ist nicht zuletzt die vorhandene soziale Kompetenz. Aufgewachsen mit 3 Schwestern und dem jüngeren Bruder, wurde diese Seite ihrer Persönlichkeit bereits im Familienkreis gefordert, als aktives Mitglied der Schülervertretung fortgesetzt und ihr soziales Engagement für Mitschüler und Schule auch an der HGH gewürdigt. 

So ein Beispiel kann anderen jungen Frauen Mut machen, ihre Zukunft im Handwerk zu sehen.

Der Soroptimist-Meisterinnen-Preis ist mit 1000,- € dotiert. Und als Erinnerung erhalten Sie, liebe Frau Heins, eine Urkunde und diese Skulptur; entworfen, erstellt und gestiftet von der Bildhauerin Claudia Vollmer aus Elze. Sie hat diese Skulptur speziell für Sie entwickelt. Es ist eine Darstellung Ihrer Dynamik, Kraft und Stärke, mit der Sie Ihre Ausbildung vorangetrieben und zu diesem erfolgreichen Etappensieg gebracht haben. Herzlichen Dank an Claudia Vollmer und ebenso an Dr. Lucia Ruhnau, unter deren Präsidentschaft wir diesen Preis ins Leben gerufen haben.

Liebe Denise Heins, ich bitte Sie nach vorn zu kommen.

Ich gratuliere Ihnen im Namen von Soroptimist International herzlich zu diesem Preis und wünsche Ihnen weiterhin so viel Erfolg, wie bisher, bei allen Aktivitäten, die Sie in der Zukunft noch vorhaben.

Laudatio 2016

Sehr geehrter Herr Sackmann,

meine Damen und Herren, liebe Absolventinnen und Absolventen,

auch ich darf heute einen Preis verleihen, den Soroptimist-Meisterinnen-Preis. Wir vergeben ihn heute zum vierten Mal.  Ich freue mich sehr, dass die Preisverleihung in diesem schönen Rahmen stattfinden kann, herzlichen Dank der Kreishandwerkerschaft dafür. Sie setzen damit ja auch inhaltlich einen Akzent, der gut in die Zeit passt. Vielen Dank auch dafür.

Soroptimist, das ist hier nicht soo bekannt: Wir sind der weltweit größte Serviceclub berufstätiger Frauen. Seit fast 100 Jahren sind wir engagiert für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen. Wir, das sind ca. 90.000 Frauen in 130 LändernAls international tätige Nichtregierungsorganisation bringen wir uns auf der Ebene der Vereinten Nationen ein, sind aber auch regional tätig. Wie heute hier, als SI Club Hildesheim.

Themen, für die wir uns einsetzen, sind die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen, sind dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und die aktive Mitwirkung von Frauen in Politik und Gesellschaft, aber auch die Qualifizierung für Leitungsaufgaben.

In Hildesheim fördern wir unter anderem jährlich eine Meisterin, die im laufenden Jahr ihre Prüfung bestanden hat. Wir wollen mit diesem Preis eine fachlich sehr gute und engagierte Persönlichkeit ehrenwir wollen mit diesem Preis aber auch Öffentlichkeit für Frauen im Handwerk schaffen. Im Sinne von guten Beispielen, denn diese Frauen können auch Rollenmodelle für junge Mädchen sein, die noch ihren Weg suchenWir zeigen aber auch schon mal die Schwierigkeiten auf, die Steine, die noch auf dem Weg liegen, auf dem Weg zu gleichberechtigter Teilhabe von Frauen und Männern in der Arbeitswelt. Denn da müssen wir hin.

Wir  ehren also auch Frauen, die trotz widriger Umstände ihren Weg unbeirrt und erfolgreich gegangen sind, die Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen hatten, gemeistert haben. Mit Olga Weber ehren wir heute eine solche Frau.

Olga Weber hat in diesem Jahr die Meisterprüfung im Friseurhandwerk sehr erfolgreich bestanden. Friseurin? Werden Sie jetzt fragen. Ist das für eine Frau besonders? Brauchen Mädchen Rollenvorbilder, um auf diesen Berufswunsch zu kommen? Das ist nicht mein Thema heute.

Was hat mich und unseren Club an Frau Weber beeindruckt:

Sie ist als Tochter einer deutschen Familie in Duschanbe geborenDer Lauf der Welt hatte die Vorfahren, ich nehme an vor ca. 250 Jahren aus Deutschland nach Tadschikistan in Zentralasien  gebracht.  In Zusammenhang mit den politischen Unruhen ab 1990 kam die Familie über Russland nach Deutschland „zurück“ sozusagen, da war Olga Weber, die damals noch Olga Schneider hieß, 18 Jahre alt und hatte ihre Schulausbildung abgeschlossen. Sie integrierte sich in der neuen Heimat, das war in Nordrhein-Westfalen zunächst, heiratete und bekam mit 20 und ich glaube 22 ihre Kinder, die inzwischen aus dem gröbsten raus sind, wie man so sagt und studieren oder stecken gerade im Abitur.

Der berufliche Weg von Olga Weber war alles andere als ein Selbstläufer. Sie suchte einen Ausbildungsplatz, als die Kinder 3 und 4 Jahre alt waren – und niemand nahm sie! Niemand nahm ihr ab, dass sie als Mutter kleiner Kinder noch anderes als Familie im Kopf haben könnte,  man machte sich damals auch noch weniger Gedanken über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als heute. Ich hoffe, die Zeiten haben sich in dieser Hinsicht geändert. Der Satz: „Auch Männer wünschen sich Vereinbarkeit“  ist ja gerade ein aktueller Slogan. Tragen Sie alle mit dazu bei, dass Kinder groß zu ziehen nicht mehr als Hinderungsgrund für Erwerbstätigkeit und für beruflichen Erfolg steht! Tun Sie das als Mütter und Väter, tun Sie das als Kolleginnen und Kollegen und ganz wichtig: Tun sie das als Arbeit Gebende.

Frau Weber ergriff dann die Möglichkeit, sie war inzwischen mit ihrer Familie in den Landkreis Hildesheim umgezogen, in einer speziellen Maßnahme, die unter anderem für Berufsrückkehrerinnen angeboten wurde, am BBZ das Friseurhandwerk zu lernen. Das tat sie auch schon sehr erfolgreich; sie wurde damals als zweite bei den Innungsbesten ausgezeichnet. Trotz Kindern. Mit denen sie übrigens nie allein gestanden hat; die Kinder hatten und haben einen Vater und auch Großeltern. Und es gibt ja auch noch Kindertagesstätten.

Die Kinder wurden größer, Frau Webers beruflicher Ehrgeiz bleibt: Sie schafft die Meisterprüfung, berufsbegleitend, beschäftigt im Friseursalon Phoenix in Hildesheim. Und sie schafft es wieder mit einem ausgezeichneten Ergebnis.

Heute  erhalten Sie, Frau Olga Weber, den Soroptimist-Meisterinnen-Preis, der mit 1.000,-- Euro dotiert ist, mit einer Urkunde und mit dieser Skulptur. Die Skulptur wurde entworfen und erstellt und gestiftet von der Bildhauerin Claudia Vollmer aus Elze, auch einer Soroptimistin.  Herzlichen Dank Claudia Vollmer. und auch an dieser Stelle herzlichen Dank an Lucia Ruhnau, unter deren Präsidentschaft wir diesen Preis ins Leben gerufen haben, für das weitere Engagement in diesem Zusammenhang.

Frau Weber, ich gratuliere Ihnen herzlich zu diesem Erfolg und wünsche Ihnen im Namen von Soroptimist Club Hildesheim auch für alle weiteren Schritte in ihrem Leben viel Erfolg!

Soroptimist Meisterinnen-Preis 2016

 
Zum vierten Mal hat unser Club den SI Meisterinnen- Preis verliehen, dieses Mal an die Friseurmeisterin Olga Weber in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen. Der Preis ist mit 1000 € dotiert. Herzlichen Gückwünsch!
 
 

Soroptimist Meisterinnen-Preis 2015

Zum dritten Mal hat unser Club in diesem Jahr den Soroptimist Meisterinnen-Preis verliehen. Der Preis geht an die Maler- und Lackierermeisterin Sarah Stahlhut in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen. Der Preis ist mit 1000 € dotiert. Herzlichen Glückwunsch!

Foto: VOLKMR FOTOGRAFIE (Torsten Volkmer)